Nicht nur Radfahrer wollen den Berg hinab… Rennbericht von der Alm

Strandbad Bregenz. 21 Grad. Sonne. Perfektes Triathlonwetter. Leider haben wir aber erst Freitag und es ist der Tag vor dem Start des Transvorarlberg Triathlon. Knapp 20 Stunden später zeigt sich der Alpenstaat von einer ganz anderen Seite. Wo eine Woche vorher bei der Ironman 70.3 WM der Planet noch brannte, steht heute Dauerregen und Kälte auf dem Programm. Aber das kennen wir ja schon vom Vorjahr.
Was soll´s, gestartet wird natürlich trotzdem.

Flaschen am Rad befestigen, Gels in die Rahmentasche packen, Reifendruck überprüfen, Startnummer am Rad befestigen, Radbeutel abgeben. Nachdem die letzten Vorbereitungen getroffen waren ging´s rein in den Bodensee zum Einschwimmen. Naja nass waren wir sowieso schon aber muss nun einmal sein. Punkt 8 Uhr der Startschuss. So schnell es geht die 1,2 km schwimmen hinter sich bringen und raus aus dem kalten Nass, dachte ich mir. Da wusste ich allerdings noch nicht, dass das der noch eigentlich angenehmste Teil des Tages werden sollte.

An Land angekommen verbrachte ich dann erst einmal gefühlte 10 min in der Wechselzone. So ein eng anliegendes Langarmshirt lässt sich mit nassem Oberkörper aber auch echt schlecht anziehen. Vielleicht sollte sich die Sportartikelindustrie da mal was einfallen lassen. Zumindest die Teilnehmer beim Transvorarlberg Triathlon hätten sie als sichere Kunden. Bis zu meinem Rad waren die wärmenden trockenen Socken auch schon wieder komplett nass und auch die Brille voller Regentropfen. Wie ihr seht ein perfekter Start für die bevorstehenden 92 km bei denen als besonderes Highlight der Hochtannbergpass wartete. Wuhuuu, vielleicht können wir ja von oben mit dem Schlitten nach Lech runterfahren :D

Naja so schnell wie sie kamen sind die Gedanken auch schon wieder verflogen und ich bin voll drin im Rennmodus. Rein in die Pedale, das nächste Gel nicht vergessen und dabei ja nicht das Windschattenverbot außer Acht lassen. Aber was ist das? Wo kommt denn dieser Lärm her? Glockengeläute und Muhen? Ein paar Meter später wartete sie dann auf mich. Die erste Kuhherde. Netterweise ließen sie mich aber ohne Anstalten passieren. Ihr Kumpels von der nächsten Weide waren jedoch im Türstehermodus und hatten keinen Bock die Straße so schnell zu räumen. Also raus aus den Pedalen und in Schlangenlinien an den wartenden Autos und bimmelnden Kühen vorbei, denn der Berg rief. Und mit ihm winterliche 2 Grad – meine Hände und Füße fühlten sich sowieso schon lange an wie Eiszapfen. Da kommt eine wärmende Weste von meinen Supportern genau richtig. Auf der Abfahrt nach Lech verlor ich dann jegliches Gefühl in Händen, Füßen und Beinen – da spüre ich die Schmerzen beim Laufen vielleicht nicht – dachte ich mir. Was ich allerdings vergaß war, dass man am Ende der Abfahrt auch nochmal bremsen und vom Rad absteigen muss. Sah dann nicht mehr ganz so elegant aus aber was soll´s. Den Laufbeutel musste mir dann ein Helfer öffnen aber dafür sind sie schließlich da.

Nach Laufkilometer 2 kam so langsam das Gefühl in den Füßen zurück. Die letzten 10 km also nochmal Vollgas. Was Vollgas bei einem Crosslauf durch Wälder, über Skipisten und steilen Anstiegen eben nun Mal so ist, sei dahingestellt. Es dauerte nicht lange da sauste eine 1,40 m „großgewachsene“ Dame an mir vorbei. „Bleib dran Flo“ rief Nine. Ich merkte schnell, dass dies leider heute nicht möglich ist. Weitere Überholungen durch weibliches Klientel folgten jedoch nicht. Yes! Letzten Endes belegte sie Platz 2 bei den Frauen – damit komm ich klar. Insgesamt bin ich super zufrieden mit meiner Laufleistung. In Gedanken schon am Kuchenbuffet (okay das war ich auch schon vor dem Start), genoss ich die letzten Meter im Zielkanal, wo meine Supporter auf mich warteten. Total erschlagen aber glücklich eröffnete mir mein Schatz, dass ich Platz 23 (21. Mann) belegte. Somit war ich 40 Plätze und 23 min besser als letztes Jahr. Was will man mehr…? Eine Sache gibt es da: der Wellnessbereich, der im Hotel auf mich wartete. Im Solebad die Muskeln entspannend, läuft ein in Bademantel bekleideter Thiago Alcantara vorbei, abschließendes Highlight des sowieso schon perfekten Tages!

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5 Gedanken zu “Nicht nur Radfahrer wollen den Berg hinab… Rennbericht von der Alm

  1. Heidi schreibt:

    Eine bombastische Leistung von Dir Flo – und das unter heftigsten Wetterbedingungen und nasser Straße mit Baustellen und Schotter….
    Supergut gemacht!!! (…es war so saukalt am Pass….)

    … und es ist mir echt ein Rätsel, wie Du nach so einer Radstrecke und tauben Füßen vor Kälte einen so traumhaften Laufstil bei Deiner Laufrunde durch Lech hinlegen kannst….

    Echt der Wahnsinn!!!

    Gefällt 1 Person

  2. Ansgar schreibt:

    Glückwunsch auch noch mal an dieser Stelle!
    23 Minuten schneller innerhalb eines Jahres sprechen eindeutig für eine gute Trainingsplanung und Steuerung.
    Du hast da sicherlich einen sehr kompetenten und wissenschaftlich fundiert arbeitenden Trainer, der das für Dich macht.
    Alle dieses Mal daheim gebliebenen Supporter sind stolz auf Dich.

    Gefällt 1 Person

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