Wenn Kampfrichter sich um 300 m vermessen und Träume wahr werden – Ironman 70.3 Luxembourg 2017

Es sollte ein sehr sehr heißer Sonntag werden, darauf waren wir schon eingestellt, sogar mit Neoverbot haben wir fast sicher gerechnet, was bei unserem 3. Start beim Ironman 70.3 Luxembourg aber doch alles anders kam als erwartet – seid gespannt!

Wie immer beginnt das Spektakel Renntag nicht erst am eigentlichen Tag des Rennes, sondern meistens schon einen Tag vorher – außer man berechnet zudem noch die Zeit vom Einsetzten der Nervosität bis zum Startschuss, dann sollten noch ein paar Tage draufkommen! Nun ja… nach unseren letzten kleinen Trainingseinheiten am Samstagvormittag machten wir uns mit Sack, Pack und Fahrrädern auf den Weg nach Remich. Startunterlagen abholen, Rad einchecken, Wettkampfbesprechung (die 3. aber ok, was tut man nicht alles) haben wir doch mit Spannung erfahren wollen wie hoch die Wassertemperatur der Mosel zu diesem Zeitpunkt ist und was das nun für uns bzw. unser Schwimmen mit Neo oder ohne heißen würde.

So heiß kann die Mosel in einer Nacht nicht mehr werden

Uns wurde mitgeteilt, dass die Wassertemperatur am Samstag morgen 23,3°C betragen hat, damit stand eigentlich fest, dass es am Sonntag zu keinem Neoprenverbot kommen wird. Juhuuu… also uns freute das :D ich meine Hand auf´s Herz, wer von uns zählt sich wirklich, also wirklich zu den Schwimmer, die ohne Neo besser und entspannter im Freiwasser schwimmen??? Ich wette wir finden keinen :D

Also nach dem Pflichttermin in Remich, ging es zurück nach Trier wo nur noch ein riesen Topf Nudeln und die Couch auf uns wartete.

05:45 Uhr aufstehen, wachwerden, frühstücken

Nach einer relativ unruhigen Nacht klingelte der Wecker um viertel vor 6 Uhr. Eine erfrischenden Dusche und ein leckeres Müsli (was um diese Zeit jedoch gar nicht sooo leicht runtergeht) später, machten wir uns auf nach Luxembourg!

Vor Ort machten wir uns auf in die Wechselzone, um alles noch einmal zu checken. Unser Supportteam lies auch nicht lang auf sich warten und wir konnten uns ans Aufwärmen machen. Kurzes Einlaufen, dann hieß es auch schon in den Neo zwängen und 2 min einschwimmen im überfüllten Freibad von Remich :D! 100 m müssen reichen, wir schwimmen ja sowieso noch genug :P

09:15 Uhr Peng Peng –  Startschuss zur 5. Auflage des Ironman 70.3 Luxembourg

Es sollte unser 2. Rollingstart werden, nach dem wir beim 70.3 Wiesbaden schon auf den Geschmack kommen durften, waren wir etwas skeptisch aber man muss sagen, dieses Mal ging alles es super und man konnte entspannt, ohne größere Schlägerreien, schwimmen. Flo ist etwas früher ins Wasser und hatte fast die Mosel für sich :D

Nach 24:21 min (Flo) und 27:22 min (Nine) war das Schwimmen bereits erledigt. Wir beide schauten etwas unglaubwürdig auf unsere Uhren :D – wie zum Teufel kann das denn sein? Welche Frucht in unserem Müsli war das? :D Ein paar Stunden später stellte sich jedoch raus, dass es nicht etwa an einer verstrahlten Banane oder an einem genmanipuliertem Apfel lag, sondern an den wohl etwas verwirrten Kampfrichtern die sich grad mal um schlappe 250-300m vermessen haben! Schade… das war wohl nichts mit dem Leistungssprung des Jahres :D

Egal ab auf den Drahtesel der Sonne entgegen! Raus aus Remich immer entlang der Mosel, schön flach dafür mit nicht ganz so schönem Wind ging es auf die ersten 36 km der Radstrecke. Gut, dass wir beide schon ziemlich früh ins Wasser gegangen sind, somit auch schnell auf der Radstrecke waren, denn was dort mal wieder abging -.- 1000 Menschen, Windschatten, Athleten mit Rücksäcken :D wie bereits im letzten Jahr!
Da man auf einer Straßenseite hinfährt und den selben Weg auch wieder zurück, konnten wir Zwei uns sogar noch einmal sehen :) Flo war ziemlich vorne dabei und Nine nur ca. 5-6min dahinter. Wie gesagt, das Gute: zu diesem Zeitpunkt waren noch nicht die ganzen Massen unterwegs, denen wir auf unserem Rückweg begegneten!

Alles lief nach Plan, die vorher lange getesteten Wattwerte wurden zumindest fast eingehalten :P

Auch 36 km haben irgendwann ein Ende und dann warteten auch schon ein paar kleinere bis mittelmäßige Anstiege auf das wütige Triathlonvolk. Flo´s Eltern alias „die Supporter“ kennen bereits die besten Spots und positionierten sich an der Kuppe des längsten Anstiegs. Dort wurde dann kräftig angefeuert!!

Langsam machte sich auch die Sonne bemerkbar, die von Stunde zu Stunde den Asphalt immer mehr zum glühen brachte. Naja der Asphalt wurde wahrscheinlich auch bereits vorher in die Mangel genommen, denn es war an manchen Stellen ziemlich holprig. Nach 65 km wurde es bei jeder Bodenwelle irgendwie immer etwas lauter hmm… Nine bemerkte, dass ihr Getränkehalter nicht mehr da ist, wo er eigentlich hingehört :D die Schrauben hatten sich mehr oder weniger verabschiedet und hatten kein Bock mehr das Teil ordentlich festzuhalten. Ein wenig beten und bei jeder Bodenwelle das Teil festhalten konnte den Komplettabriss verhindern. Also halb so schlimm, genau wie das einsetzende Nasenbluten 5 km vor der 2. Wechselzone :D. Ok, was machen, wenn das Blut bei 35km/h aus der Nase strömt und man nicht eben so ein Taschentuch oder wie die Luxemburger sagen ein „Nuesnappech“ zur Hand hat :D Es lief und lief, das Rad verschmiert..ekelhaft…! Kurz vor T2 hat das Wasser aus der Trinkfalsche dann für einen kurzes frischmachen herhalten müssen und dann ging es etwas verschmiert und klebrig auf die Laufstrecke.

Im Wissen darüber, dass die Radstrecke (gerade am Anfang) zum „Ballern“ einlädt besinnte sich Flo darauf, die angepeilten Leistungswerte einzuhalten und nicht zu überpacen. „Noch etwas Sprit im Tank für das Laufen lassen“ sollte der Plan sein. Bis auf die Passage an unseren Supportern vorbei lief das auch soweit ganz gut.

Nach dem wir beide unsere Radleistung aus dem vergangen Jahr nicht verbessern konnten, liefen die Beine aber doch etwas entspannter als 2016 :D, wo wir uns beide wohl etwas weggesprengt hatten! Also Investition Leistungsmesser – erfolgreich!

Nun noch der Halbmarathon. In der ersten Runde konnten wir beide ziemlich gut Gas geben. Bei Flo ging es auch genauso weiter. Runde für Runde wurde das Tempo zwar minimal langsamer aber im Schnitt lief es doch sehr sehr rund! Von Krämpfen oder Magenproblemen keine Spur. Die letzte Runde, natürlich geht immer etwas schwer, oder auch sehr schwer aber letztendlich war das ein gelungener Lauf mit einer Zeit von 01:27:42 Std! Bei Nine kam der typische kleine Einbruch wie immer in der 3. Runde. Die Verpflegungsstellen wurden von Mal zu Mal mehr zur Oase und wurden voll und ganz für Gehpausen ausgenutzt! Letztendlich zählt aber ja die Zeit, die am Ende steht und die war genau so wie angepeilt 01:42:40 Std!

Für Flo blieb die Uhr bei 04:28:04 Std stehen.

Nine, die eigentlich die 5 Stunden Marke knacken wollte, hat es leider nicht ganz geschafft, dafür hat sie aber einen zwei Tage zuvor geträumten Traum :D wahr gemacht und zwar, dass sie auf´s Treppchen in ihrer AK zeigen darf…kein Scheiß! Im Traum war es zwar der 2. Platz aber mit dem 3. Platz in der AK in 05:01:10 Std kann man jawohl von einem gelungen Tag sprechen! Wuuuupp Wuuupp!!!

Zusammengefasst….

Das Training trägt seine Früchte, luxemburgische Kampfrichter brauchen eine neues GPS Messgerät, Hitze ist geil, wenn man am Strand liegt, wir haben die geilsten Supporter der Welt, sogar unsere Kunden von der Arbeit waren da, das war unglaublich und sooooo lieb!!! Und zum Schluss wir lieben unser neue Heimat über alles und würden nicht ausschließen ein 4. Mal an der Startlinie zu stehen ;)

Für uns heißt es jetzt Beine hochlegen, etwas entspannen, denn in 2 Wochen geht es für uns in Richtung Berge! Wir machen dieses Jahr mal was ganz anderes….ein Alpenüberquerung zu Fuß, das wird ein Abenteuer! Nächste Startlinie – Mitteldistanz beim Frankfurt City Triathlon! Stay tuned….

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3 Gedanken zu “Wenn Kampfrichter sich um 300 m vermessen und Träume wahr werden – Ironman 70.3 Luxembourg 2017

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